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Den Möglichkeitssinn schärfen

Wer [den Möglichkeitssinn] besitzt, sagt beispielsweise nicht: Hier ist dies oder das geschehen, wird geschehen, muß geschehen; sondern erfindet: Hier könnte, sollte oder müßte geschehen; und wenn man ihr/ihm von irgend etwas erklärt, daß es so sei, wie es sei, dann denkt sie/er: Nun, es könnte wahrscheinlich auch anders sein. So ließe sich der Möglichkeitssinn geradezu als die Fähigkeit definieren, alles, was ebenso gut sein könnte, zu denken und das, was ist, nicht wichtiger zu nehmen als das, was nicht ist.‘

ROBERT MUSIL, DER MANN OHNE EIGENSCHAFTEN. ROMAN [1930/32]. NEUAUSGABE 1978. REINBECK: ROWOHLT, ²1987, BAND I, P. 16

Seit über 15 Jahren begleite ich Transformations-, Dialog- und Innovationsprozesse. Für deren Gelingen ist der Sinn fürs Mögliche essentiell. Er definiert die Dimensionen des Denkraums, in dem gemeinsame Zukünfte und Ziele entwickelt werden können. Ihn zu schärfen, verstehe ich deshalb als eine der zentralen Aufgaben als Moderatorin, Beraterin und Trainerin.